COP26 ist eine unterhaltsame Show, die die Aufmerksamkeit des Publikums von dem ablenken soll, was vor sich geht. Der IPCC, das Klimaexpertenkomitee der COP, sagt tauben Regierungen nicht die Apokalypse voraus, sondern liefert ihnen einen Diskurs, um ihre politischen Ambitionen zu rechtfertigen. Die Präsidenten Wladimir Putin und Xi Jinping, die den Finanzplänen der COP entschieden feindlich gegenüberstehen, weigerten sich, dorthin zu gehen, während die großen Banker von Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Dollar sprechen.
"Klimakonferenzen der Vereinten Nationen" werden immer von apokalyptischer Rhetorik begleitet, führen aber nie zu quantifizierbaren und überprüfbaren Verpflichtungen. Sie führen nur zu Versprechen, die mit großem Tamtam unterzeichnet, aber immer im Konditional formuliert sind.
Die Konferenz, die derzeit vom 31. Oktober bis 12. November 2021 in Glasgow (Vereinigtes Königreich) stattfindet, sollte sich der Regel nicht entziehen. Sie begann mit einem spektakulären Video eines Dinosauriers, der auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen das mögliche Aussterben der menschlichen Spezies ankündigte, und setzte sich mit einer Eröffnungsrede des britischen Premierministers Boris Johnson darüber fort, was James Bond angesichts der Klimaherausforderung tun würde. Diese Inszenierung setzte sich auf den Straßen mit einer Demonstration unter der Leitung von Greta Thunberg fort, um alle Regierungen der Welt für illegitim zu erklären und das "Scheitern" der gerade erst begonnenen Konferenz anzuprangern.
Die politischen Führer, die dazu aufgerufen haben, die Menschheit vor einem bevorstehenden Ende zu retten, sind dieselben, die Milliarden Dollar in Atomwaffen investieren, die fähig sind, das menschliche Leben vom Planeten auszulöschen [1].
Das Mindeste, was man sagen kann, ist, dass diese Konferenz eine qualitativ hochwertige Unterhaltung für Zuschauer auf der ganzen Welt ist, aber kein diplomatisches Treffen, das darauf abzielt, die Produktion von Treibhausgasen zu reduzieren. Aber dann das Ganze: Welche Realität will dieser Zirkus verschleiern? und warum nehmen alle UN-Mitgliedstaaten daran teil?
Die "Globale Erwärmung"
Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir uns zunächst von einigen falschen Gewissheiten über die "globale Erwärmung" emanzipieren.
Wir "glauben" fälschlicherweise, dass die "globale Erwärmung" das Überleben unserer Spezies bedroht. Das Klima hat sich immer verändert, nicht linear, sondern in Zyklen. Die Erde war vor sieben Jahrhunderten wärmer als heute. Hier in Frankreich waren die Gletscher der Alpen kleiner als heute und es gab wilde Kamele in der Provence. Manche unserer Küsten reichten weiter ins Meer als heute, andere hingegen waren weiter zurück usw.
Wir haben festgestellt, dass die globale Erwärmung in Europa mit der industriellen Revolution korrespondiert. Deshalb "glauben" wir, dass die Klimaveränderungen, die wir erleben, durch die industrielle Produktion von Treibhausgasen in den letzten zwei Jahrhunderten beschleunigt wurden. Das ist möglich, aber Gleichzeitigkeit ist keine Kausalität. Es gibt andere Hypothesen, darunter die des serbischen Geophysikers Milutin Milanković basierend auf den Variationen der Erdumlaufbahn (Exzentrizität, Schräglage und Präzession der Erdachse).
Die Gründung des IPCC durch Margaret Thatcher
Wenden wir uns nun den Konferenzen der Vereinten Nationen zu. 1988 überzeugten die kanadischen und britischen Premierminister Brian Mulroney und Margaret Thatcher ihre Partner (die Vereinigten Staaten, Frankreich, Deutschland und Italien), einen Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) unter der Schirmherrschaft des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie zu finanzieren. Bald darauf behauptete Frau Thatcher, dass Treibhausgase, das Ozonloch und saurer Regen zwischenstaatliche Reaktionen erforderten [2]. Diese schöne Rede verschleierte politische Ziele. Für sie ging es, wie ihre Berater bestätigten, darum, den Bergarbeitergewerkschaften ein Ende zu setzen und eine neue industrielle Revolution auf der Grundlage von Nordseeöl und Atomkraft zu fördern [3].
Der IPCC ist keineswegs eine gelehrte Akademie von Klimatologen, sondern, wie der Name schon sagt, eine "zwischenstaatliche Gruppe". Es geht nicht um Klimatologie, sondern um Klimapolitik. Die überwiegende Mehrheit seiner Mitglieder sind keine Wissenschaftler, sondern Diplomaten. Was die Klimatologie-Experten betrifft, die ihm angehören, sind sie nicht als Wissenschaftler da, sondern als Experten innerhalb ihrer Regierungsdelegation, also als Beamte. Alle ihre öffentlichen Interventionen werden von ihrer Regierung kontrolliert. Es ist daher grotesk, von einem "wissenschaftlichen" Konsens zu sprechen, um auf den politischen Konsens zu verweisen, der in dieser Versammlung vorherrscht. Damit versteht man nichts über das Funktionieren der zwischenstaatlichen Institutionen.
Im Gegensatz zu dem, was Greta Thunberg denkt, sagt der IPCC nicht die Apokalypse für taube Regierungen voraus. Er gehorcht ihnen treu und arbeitet mit Klimatologen eine Rhetorik aus, um politische Veränderungen zu rechtfertigen, die normale Menschen ohne ihn ablehnen würden.
Die Arbeit des IPCC dient jedes Jahr als Grundlage für eine "Konferenz der Vertragsparteien" (COP), die Unterzeichner der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) sind. Die 26. Ausgabe findet in Glasgow (COP26) statt. In seinem ersten Bericht aus dem Jahr 1990 hielt der IPCC eine eindeutige Zunahme des Treibhauseffekts "in den kommenden Jahrzehnten oder mehr“ für "wenig wahrscheinlich". Aber was 1990 die Wahrheit war, wurde 2021 ketzerisch.
Die ersten Konferenzen widmeten sich der Information und Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Klimawandel. Allen war klar, dass manche Gebiete unbewohnbar werden würden und dass manche Bevölkerungen umziehen müssten. Erst im Laufe der Zeit wurde dann gesagt, dass die Veränderungen ein solches Ausmaß annehmen würden, dass sie das Überleben der gesamten menschlichen Spezies bedrohen könnten. Dieser Wandel im Diskurs erklärt sich nicht durch eine plötzliche wissenschaftliche Entdeckung, die die Wahrheit eines Tages in Frage gestellt hätte, sondern durch die sich verändernden Bedürfnisse der Regierungen.
Die Konsumgesellschaft steht am Rande des Zusammenbruchs: Man kann den Menschen nicht verkaufen, was sie bereits haben. Wenn Industrien zusammenbrechen, verschwinden Arbeitsplätze und Regierungen werden gestürzt. Es gibt nur eine Lösung, um dies zu vermeiden: Zum Beispiel waren in den späten 90er Jahren die meisten westlichen Gesellschaften schon mit Computern ausgestattet. Es wurde unmöglich, mehr Computer zu verkaufen. Also propagierte man den Schwindel des Jahrhunderts: den "Bug des Jahres 2000". Die gesamte Informatik würde am 1. Januar 2000 um 00:00 Uhr kollabieren. Dann kauften alle neue Rechner und Software. Natürlich gab es kein Flugzeug, das abgestürzt ist, keinen Aufzug, der angehalten hat, keinen Computer, der kaputt gegangen ist. Aber das Silicon Valley wurde gerettet und man sollte jetzt in Computer für Jedermann investieren. Heute ist die Lösung die "Energiewende". Zum Beispiel: Man kann nicht mehrere Autos demselben Verbraucher verkaufen, aber man kann sein Benzinauto durch ein elektrisches Auto ersetzen. Natürlich wird Strom in der Regel mit Öl hergestellt und benötigt in Fahrzeugen Batterien, die derzeit nicht recycelbar sind. Letztlich wird der Planet mit der Energiewende stärker verschmutzt sein als bisher. Aber darüber dürfen wir nicht nachdenken.
Die Klimabörse, der einzige Fortschritt der COP
Während der Amtszeit von Präsident Bill Clinton übernahmen die Vereinigten Staaten die Kontrolle über den IPCC, so dass sie das Kyoto-Protokoll (COP3) voranbrachten, ohne es selbst jemals zu unterzeichnen. Vizepräsident Al Gore war für die US-Energiepolitik zuständig. Er wird somit den Kosovo-Krieg genehmigen, um eine Transbalkan-Pipeline bauen zu können. Aber während das Protokoll ursprünglich darauf abzielte, die Emissionen von fünf Treibhausgasen und drei Fluorchlorkohlenwasserstoffen zu begrenzen, drängte er auf die Schaffung von CO2-Emissionsrechten für die Industrie und vergaß die anderen Gase.
Nachdem er das Weiße Haus verlassen hatte, gründete er mit Bankern von Goldman Sachs und der Finanzierung von Blackrock die (Chicago Climate Exchange) Klimabörse von Chicago. Da die Vereinigten Staaten das Kyoto-Protokoll nie unterzeichnet haben, hat sie schlecht funktioniert. Er eröffnete daher Filialen auf den anderen vier Kontinenten, die sich schnell entwickelten. Für jeden CO2-Emissionshandel erhält er nun eine Vergütung. Um sein Geschäft auszubauen, wurde er zum Klimaaktivisten und produzierte den Film „Eine unbequeme Wahrheit“ (An Inconvenient Truth). Er erhielt dann den Friedensnobelpreis, obwohl diese Arbeit mehr Werbung für seine Börse als für die Wissenschaft ist [4].
Nebenbei gesagt, wurden die Statuten der Klimabörse von einem jungen unbekannten Anwalt, Barack Obama, geschrieben. Er trat bald in Chicago in die Politik ein und wurde vier Jahre später plötzlich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Einmal im Weißen Haus, wird Barack Obama einen Plan ausarbeiten, um die Klimahysterie zu nutzen, um das globale Finanzsystem zu reformieren. Dies ist das Projekt, das von der COP21 in Paris angenommen wird und das auf der COP26 in Glasgow umgesetzt werden soll.
Die nächste Errungenschaft der COP: das Finanzwesen grün machen
Dies wird vom Vereinigten Königreich mit Hilfe Italiens organisiert. Vier Briten sind dafür verantwortlich: zwei ehemalige Minister, Alok Sharma (Wirtschaft, Industrie und Industriestrategie) und Anne-Marie Trevelyan (Internationale Entwicklung), ein ehemaliger Gouverneur der Banken des Vereinigten Königreichs und Kanadas, Mark Carney, und ein Lobbyist, Nigel Topping. Keine dieser Persönlichkeiten weiß etwas über Klimatologie. Alle haben jedoch ein Projekt zur Reform der Bretton-Woods-Institutionen (internationaler Währungsfonds und Weltbank).
Weil sie gegen dieses Finanzprojekt sind und überhaupt nicht gegen den Kampf gegen die Luftverschmutzung, nehmen die russischen und chinesischen Präsidenten, Wladimir Putin und Xi Jinping, an dieser Konferenz nicht teil.
Auf der COP26-Website heißt es:
es geht um "Mobilisierung der Finanzierung. Um unsere Ziele zu erreichen, müssen die Industrieländer ihr Versprechen einlösen, mindestens 100 Milliarden Dollar an Klimafinanzierung zu mobilisieren. Die internationalen Finanzinstitutionen müssen ihren Teil dazu beitragen, und wir müssen daran arbeiten, die Billionen an Finanzierungen des privaten und öffentlichen Sektors freizusetzen, die erforderlich sind, um das globale Netto-Null zu gewährleisten."
Was am Ende der Konferenz unterzeichnet werden sollte, ist die Schaffung eines Gremiums, durch
– die Asiatische Entwicklungsbank,
– die Afrikanische Entwicklungsbank
– die Asiatische Investitionsbank für Infrastruktur
– die Karibische Entwicklungsbank
– die Europäische Investitionsbank
– die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
– die Interamerikanische Entwicklungs- und Investitionsbank
– die Islamische Entwicklungsbank
– die Weltbank
– und 450 große Unternehmen
um dieses Geld zu mobilisieren.
Man muss gut verstehen: Es ist nicht mehr möglich, arme Länder zu verschulden (und sie damit im Zaum zu halten), da die Weltbank und insbesondere der IWF nicht mehr glaubwürdig sind. Alle Regierungen wissen heute, dass Zuschüsse und Kredite von internationalen Institutionen mit drastischen Bedingungen einhergehen, die ihr Land verwundbar machen; dass sie, wenn die Zeit zur Rückzahlung kommt, nichts mehr besitzen werden.
Mit der COP26 werden Banker in der Lage sein, Geld zu leihen, um die Menschheit zu retten und dabei Eigentümer von Ländern zu werden, deren Führer ihnen vertraut haben [5].
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[1] „Sie verteidigen das Klima, während sie sich auf das Ende der Welt vorbereiten“, von Manlio Dinucci, Übersetzung Horst Frohlich, Il Manifesto (Italien) , Voltaire Netzwerk, 3. November 2021.
[2] Speech to the Royal Society, Margaret Thatcher, Septembre 27, 1988.
[3] „1982-1996: Die Ökologie des Marktes“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Оdnako (Russland) , Voltaire Netzwerk, 7. Dezember 2015.
[4] „1997-2010: Die Ökologie der Finanz“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Оdnako (Russland) , Voltaire Netzwerk, 7. Dezember 2015.
[5] «„Die neuen Finanzwaffen des Westens“, von Manlio Dinucci, Übersetzung Horst Frohlich, Il Manifesto (Italien) , Voltaire Netzwerk, 12. November 2021.
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